Die Freiheit, etwas nicht anzunehmen

Foto: Ellen Erdbeer
Foto: Ellen Erdbeer

Der Erzieherkollege nach einem meiner Auftritte in seiner Kita:

Ich weiß auch ne Geschichte.

Los!


Der Buddha ist in der Stadt.
Der Sohn des Bauern will unbedingt hin.
„Vater, er ist der Erleuchtete, man weiß nicht, ob man ihn je wieder sieht, ich muss hin!“
„Geh, mein Sohn, aber komm bald wieder. Ich brauche deine Hilfe.“
Doch der Sohn kommt nicht.
Am Abend ist er nicht da, am nächsten Morgen auch nicht, zwei Tage verstreichen, ein dritter.
Jetzt hält der Bauer es nicht mehr aus.
Er geht selbst zum Buddha.
„He“, ruft er schon Weitem, „was soll das, ich suche meinen Sohn, ich brauche ihn!“
Der Buddha grüßt den Bauern und verbeugt sich vor ihm.
„Ich warte schon seit drei Tagen auf ihn. Er soll zurück kommen!“
Der Bauer ist wütend.
Da fragt der Buddha.
„Wenn dir jemand etwas schenkt, das du nicht wünschtest, aber das dir gefällt, was machst du dann?
„Ich freue mich darüber.“
„Und wenn dir jemand etwas schenkt, dass du nicht haben willst und nicht gewünscht hast, was tust du dann?“
„Ich nehme es nicht an.“
„Höre, ich freue mich über deinen Sohn - und deinen Zorn nehme ich nicht an.“

Da löste sich ein Knoten im Gemüt des Bauern und er wurde
 erhellt.

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